Tipps bei der Lupenauswahl

Welche Lupe ist für mich die Richtige?

Viele ältere Menschen leiden an stark verminderter Sehleistung. Auch mit Brille können sie wichtige Dinge, wie z.B. die Zeitung, Medikamentenbeipackzettel oder sonstige Dokumente nicht mehr lesen. Auch bei einer starken Sehschwäche gibt es Hilfsmittel, die das Lesen weiterhin möglich machen und die Freude am Lesen und die damit verbundene Lebensqualität zurück bringen. 

Die wichtigste Sehhilfe ist die Lupe, die es in verschiedenen Varianten für unterschiedliche Zwecke gibt. Welche Lupe für welchen Zweck geeignet sind, wird nachfolgend vorgestellt. Dabei ist zu beachten, dass diese Information nur als Anhaltspunkt dienen kann. Die Auswahl der richtigen Lupe sollte immer gemeinsam mit einem erfahrenen Augenoptiker erfolgen.
Grundsätzlich hängt die Auswahl einer Sehhilfe von der Sehschärfe ab. Als groben Anhaltspunkt kann man sagen, dass bei einer Sehschärfe von 30-20 % eine Lupe zum Lesen sehr gut geeignet ist. Bei einer Sehschärfe unter 20% - ca. 5% sollte es dann schon ein Bildschirmlesegerät sein. Wenn man eine Lupe benötigt, steht man vor der Entscheidung, welche Lupe es denn nun sein soll. Diese Auswahl hängt von mehreren Faktoren ab und ist zu guter letzt aber auch eine persönliche Entscheidung. 
Zwischen folgende Lupenarten können Sie wählen:
 
Standlupen
Standlupen mit Standfuß oder -gestell eignen sich sehr gut für Küchen- oder Handarbeiten. Die Standlupe steht stabil auf dem Tisch oder wird am Tisch befestigt. Die Lupenlinse ist an einem flexiblen Arm oder Gestänge befestigt und kann in die richtige Position gestellt werden. Unter der Lupe ist ausreichend Platz, um arbeiten auszuführen. Um auch bei etwas diffusem Licht gut sehen zu können, sind Standlupen mit integrierter Beleuchtung empfehlenswert.
Standlupen mit einem Standfuß (Lupentopf) oder einem Gehäuse sind eher zum Lesen geeignet. Insofern der Standfuß aus nicht durchsichtigem Gehäuse ist, muss die Lupe unbedingt mit einer eingebauten Beleuchtung ausgestattet sein. Hierfür eignen sich LED-Leuchtlupen.
Aufsetzlupen
Aufsetzlupen sind für längeres Lesen sehr gut geeignet, da sie direkt auf das Schriftstück gesetzt und nicht in der Hand gehalten werden müssen. Die bekanntesten Aufsetzlupen sind die halbkugelförmigen Hellfeldlupen. Sie erreichen nur eine recht geringe Vergrößerung (1,5-2,5x) sind aber sehr effektiv, da sie das Licht im Sehfeld bündeln. Ältere Menschen sollten eine Lese- oder Lupenbrille zusammen mit der Hellfeldlupe verwenden.
 
Handlupen
Handlupen haben einen Handgriff und werden bei Gebrauch in der Hand gehalten. Sie sind sehr flexibel und vielfältig einsetzbar, eignen sich allerdings nicht für längeres Arbeiten oder Lesen, sondern eher dazu, kurz etwas zu lesen. Sie lassen sich je nach Größe auch gut transportieren, so dass man sie auch unterwegs nutzen kann. Handlupen gibt es darüber hinaus auch mit Licht als mobile Leuchtlupen
 

Taschenlupen
Taschenlupen können, wie der Name schon sagt, in der Hosentasche verstaut und mitgenommen werden. Um das Lupenglas zu schützen, sind die Lupengläser ausklappbar oder ausziehbar, so dass das Glas nicht verkratzt wird. 
 
Elektronische Lupen
Elektronische Lupen sind leicht, kompakt und leistungsstark. Sie können zuhause und unterwegs genutzt werden. Sie verfügen über nahezu die gleichen Funktionen wie Bildschirmlesegeräte, d.h. sie nehmen Schriftstücke oder andere "kleine" Dinge mit einer Kamera auf und geben diese stark vergrößert auf dem eingebauten Display wieder. Im Gegensatz zum Bildschirmlesegerät müssen sie jedoch über das Schriftgut bewegt werden. Ein Vorteil der elektronischen Lupen gegenüber den konventionellen Lupen ist, dass man den Kontrast verstärken und dass die Vergrößerung den aktuellen Bedürfnissen des sehbehinderten Menschen individuell angepasst werden kann.
 
Wenn Sie genauer wissen, was Sie möchten, empfehle ich Ihnen zunächst zu Ihrem Augenoptiker zu gehen und sich von ihm beraten zu lassen.
Thomas Neumann, Augenoptikermeister

Twin-Lux LED-Lupe von Schweizer Optik
Mit LED-Standleuchtlupen können Sie auch bei diffusem Licht bequem lesen

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Kommentare: 1
  • #1

    Bärbel Richter (Mittwoch, 08 November 2017 16:28)

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    meine Mutti ist 90 Jahre und hat nur noch eine Sehstärke von 30% auf einem Auge, das andere Auge ist blind. Welche Lupe würden Sie mir empfehlen. Vielen Dank im Voraus.

    Mit freundlichen Grüßen

    Bärbel Richter